Bücher tun Gutes

10 Jahre Scoventa Verlag

06.12.2019  

Im Herbst 2019 feiert der Scoventa Verlag sein 10-jähriges Bestehen: Im November 2009 erschien sein erster Titel „Wie du mir. Zu Risiken und Nebenwirkungen im Umgang mit Menschen. Ein evolutionspsychologischer Ratgeber“ von Claudi Szczesny-Friedmann, der sofort auf dem Buchmarkt reüssierte und im Rowohlt Verlag im Taschenbuch erschien.
Damit setzte Gründerin Sonja Hintermeier ein erstes starkes Signal für die künftige Ausrichtung des Verlagsprogramms: der Verlag publiziert ausschließlich erzählende, moderne Sachbücher nach angelsächsischem Vorbild, zwischen drei und fünf pro Jahr. Um sich intensiv um jedes Buch kümmern zu können, macht die Verlegerin im Unterschied zu anderen Verlagen kein Frühjahrs- und Herbstprogramm. Sie arbeitet mit einer Gruppe von zehn freien MitarbeiterInnen (Übersetzer, Lektoren, Grafiker, Presse, Vertrieb), meist Frauen, die ebenso wie sie selbst vom Home Office aus arbeiten und mit denen sie via Email und telefonisch Kontakt hält. „Ein richtig gutes Netzwerk ist das, was einen modernen Verlag ausmacht“, so Sonja Hintermeier. Und so vermittelt sie ihre Titel direkt an diejenigen LeserInnen, die sich dafür interessieren könnte, ohne ausschließlich auf den klassischen Buchhandel zu setzen. Dies ist nur im Internetzeitalter möglich, sagt sie. Dafür steht auch der Verlagsname: Scoventa seztt sich aus den italienischen und lateinischen Verben scovare (aufspüren, finden) und adventare (ankommen, ins Ziel kommen) zusammen. Über ihr Netzwerk kommt sie zu den Themen und Autoren, und über ihr Netzwerk gelangen diese an die LeserInnen. Inzwischen vermittelt sie auch höchst erfolgreich Autoren mit einem großen Maß an Breitenwirksamkeit an größere Verlage, wie etwa die Chefredakteurin Ursula Ott (Chrismon) mit ihrem Aufräumbuch „Das Haus meiner Eltern hat viele Räume“ an BTB, wo es der Titel auf die Spiegel-Bestsellerliste bis auf Platz 5 schaffte.
Zu einem der erfolgreichsten Titel gehört ohne Zweifel Steven Johnsons „Wo gute Ideen herkommen“, von dem über 10.000 Exemplare verkauft wurden. Stolz ist die Verlegerin auch auf
eines ihrer jüngsten Projekte, „Die geheimen Tagebücher der Anna Haag“ (2019). Sie kooperiert eng mit finnischen Verlagen und Institutionen und hat eine eigene finnische Schiene über Kultur,
Geschichte und Politik des Landes ins Leben gerufen. Das allerneuste Projekt dreht sich darum, bedeutenden Frauen im Internetlexikon Wikipedia besser sichtbar zu machen. Sonja Hintermeier, geboren 1964, hat Philosophie, Politik und Arbeits- und Organisationspsychologie in Hamburg und München studiert. Danach arbeitete sie als Politikberaterin und begleitete nebenbei Uni-Projekte. Als die erste ihrer beiden Töchter zu Welt kam, wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit und recherchierte für Verlage und Institutionen im Bereich Wissenschaft. Aus ihrer Firma SLH Research entwickelte sich der Wunsch, nicht nur für andere Themen aufzubereiten, sondern eigene zu setzen.